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Donnerstag, 22. September 2016

Die höchsten Palmen der Welt stehen in Salento...und die Wüste ist nicht weit !

Die höchsten Palmen der Welt stehen in Salento...und die Wüste ist nicht weit !
Wir verlassen die Kaffeefarm, wohlwissend einen "chilligen" Fahrtag vor uns zu haben. Das Ziel heisst Salento, eine kleine Stadt vor dem Valley de Cocora.
In diesem Tal, auf über 2000m Höhe, sollen sich die welthöchsten Palmen in den Himmel strecken ! Über 50m hoch ! Das wollen wir "überprüfen". Etwa 120km von unserer Kaffeefarm entfernt liegt Salento!  In Peirera, einer Grosstadt, machen wir in einem "Sodimac" Baumarkt Zwischenstop. Klar, auch hier gibt es weder Wasserkanister noch metrische Schrauben, deren Vorrat zur Neige geht. Ach so: Ganz "Amerika" spricht "Zoll"...nix mm oder cm!!
Interresant ist immer die Reaktion des, na ja, freundlichen, aber halt eher am "Verkauf" uninterressierten Personals: Ja, Wasserkanister...interressant, ja stimmt , könnte man brauchen...Ach so, auf dem Benzinkanister steht "nicht für Trinkwasser?".....den nehmen wir immer...! Metrisches Werkzeug haben wir.....ach....dazu braucht man metrische Schrauben???
...man lernt nie aus!... Manchmal kommt halt der europäische Anspruch wieder raus....und tief deprimiert schleichen wir uns mit dem Vorsatz, nie wieder über das deutsche "Bauhaus" zu fluchen....wenn M8×25mm grade nicht in V2a lieferbar ist.....! Sei es drum, Ron Zacapa Deckel bleibt drauf...! Wenigstens bekommen wir Propandosen für unseren outdoorkocher....zum 10fachen Amazonpreis....aber wir sind in Kolumbien...! Dafür erreichen wir unser Tagesziel im Hellen, ein Hostel etwas ausserhalb Salentos. Wir campen, kleine Wiese, alles gut. Cannabisduft überall, ist legal in Kolumbien. Das Hostel brummt, muss wohl die Lonely Planet Empfehlung sein. Egal, wir bleiben, gehen am Sonntag in den Ort spazieren. Der Ortskern besteht aus hübschen, weissen Häusern, schöner Plaza in der Mitte, Spazierweg zu einem hochgelegenen Mirador (Aussichtspunkt) , mit Blick über das Ganze Spektakel. Und das Dorf brummt: Der Weg gesäumt mit Handwerkskunst, Restaurants und Waren aller Art ! Mein persönliches Highlight: Als Taxis dienen hier alte Willy's Jeeps aus den Endfünfzigern, die ein cleverer Ami den Kolumbianern aus WW2 Beständen zu Hunderten verkaufte. Die Kisten rennen immer noch....so schlecht war der Deal also nicht ! Super hergerichtet sind sie für den Kenner eine echte Augenweide. Damit nicht genug: der Nachwuchs wird gegen kleines Geld in einem 1:3 Willis Kinderkarren um den Platz geschoben....groteskes Bild im Jahre 2016.... wo wir uns über Euro 6 und E- Autos den Kopf zerbrechen....!
Montags wollen wir raus aus dem Rucksackambiente mit Mariuhana Nebel. Irgendwie sind wir ja doch zu alt...und sind Overlander und keine Backpacker ! Wir fahren Richtung Palmental, bis die Strasse nach ca. 15km endet, parken den Hilux bei einem Restaurant. Und endlich sehen wir, warum wir hergekommen sind: gigantische, gradlinig gewachsene Wachspalmen, die alles überragen und sich wie Hände in den Himmel strecken ! Rucksack auf, und auf in die Wanderwege ! Verlaufen geht nicht, habe ja das Navi mitgenommen...
Wen es interressiert : https://de.m.wikipedia.org/wiki/Salento_(Kolumbien)
Die Wege sind schön, kaum um die Ecke sind wir allein in der Natur! Bäche, dichtes Untergehölz, die Wege werden immer kleiner, bis nur noch "Eselspfade" übrig sind...Das Navi....?
hmmm.... nutzt gerade seine maximale Ungenauigkeit von 500m aus! Ok....Voll im Urwald verlaufen...gibt es kein Schönreden! Shit, es wird dunkel, Nachttemperatur dürfte so bei 6-7 Grad liegen. Tja, tatsächlich kommt ne kleine Panik auf, wir besteigen ziemlich am Ende der Kraft ( in 4'h 1000 Höhenmeter gemacht...) einen Hügel....superschöne Palmen oben....aber keine Richtungsidee. Letzter Versuch: Das Navi zeigt ca. 200 Höhenmeter unter uns einen Hauptweg. Wir rutschen auf dem Hosenboden durch das dichte, schon dunkle Unterholz.
Und tatsächlich erreichen wir den Weg, verkratzt aber erlöst! Es ist stockfinster als wir den Lux erreichen....Total kaputt, aber auch glücklich zurückgefunden zu haben, geht's ins Bett!
Tja, das Ergebniss in Digital kann sich sehen lassen: Traumhafte Palmen Bilder bleiben als  Errinnerung!
So geschlaucht sind wir "Reif für die Wüste".... ja, auch Kolumbien hat eine !
Nennt sich Tataco und liegt im Regenschatten zweier Andengürtel. Vor Wüste gibt es nochmal Berg: In Ibaque biegen wir auf eine Piste Richtung des  Nevada de Tolima ab. Ein immerhin über 5000m hoher Vulkanberg. Nach ca. 40km erreichen wir das, was wir als Overlander erreichen können: Das absolute Ende der Piste mit dem stimmungsvollen Namen "el silencio"
Und das ist es auch: Niemand ausser Kühen da, kleiner Wiesenplatz, wir übernachten da superstill. Am nächsten Morgen werden wir mit einem Blick auf den schneebedeckten Gipfel belohnt. Wir machen den ersten Part des möglichen Gipfeltrek's, tolle Wanderung in einem Canyon bis hoch auf eine Hacienda auf 3200m. So, nach der Höhe geht es jetzt endlich in die Wüste! Der Weg dorthin führt uns über die Ruta 45 zwischen zwei der Andengürtel fast auf 0m Höhe. Es wird spürbar wärmer! Bei Pueblo Nuevo finden wir wieder das "Loch" und die Fahrt geht durch eine völlig veränderte Landschaft, klar, wieder Piste. Highlight sind stockfinstre Tunnel, wackelige Brücken und die sich weitende, jetzt flache Landschaft !
Wir erreichen die "Wüstenpiste" nach 40km, wieder ist es gerade dunkel geworden! Es gibt ein einfaches Restaurant am Beginn, wir können direkt an einem mit rotbraunen Trockenhügel gefüllten Canyon campen. Zufrieden mit den Temperaturen können wir auch noch gegen 22.00 Uhr bequem draussen sitzen....dann sind auch die nervigen Beissfliegen verschwunden!
Wen es interressiert : https://de.m.wikipedia.org/wiki/Tatacoa-W%C3%BCste
Wir fahren am nächsten Tag die Wüstenpiste entlang. Daggi ist es zu heiss, so begebe ich mich alleine in's "Valle de los Xilopalos" ein Weg am Boden durch enge, gewunden "Slotcanyon's"...zum Glück nutze ich den Regenschirm als Sonnenschutz...über 40 Grad!
Wir verewigen uns im "Steinmännlemeer", fahren zurück, wollen abends eine Führung durch die kleine Sternwarte machen. Der Sternenhimmel ist dort gigantisch! "Lichtschutzgebiet" nennt man das ! Es ist so dunkel, das man extrem viel Sterne sieht !
Die Führung ist klasse ! Es werden zwei Teleskope aufgebaut, Sternbilder erklärt, was man in der Nord und Südhälfte am Himmel sehen kann, und dann dürfen wir Saturn mit seinem Ring durch das Teleskop sehen ! Vollauf zufrieden gegen wir über die Strasse zu unserem Camp und gucken selbst noch etwas Sterne.
Und wie es immer so ist: am nächsten Morgen heisst es "adios Tatacoa"  und "Bienvenidos Sankt Augustin" ....da gibt es erst vor kurzem entdeckte, geheimnissvolle Statuen, die sich keiner so recht erklären kann....!

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